Grasburg

Hoch oben über der Sense, auf einem steil abfallenden Sandsteinfelsen, befindet sich die Ruine der grössten Burg des Kantons Bern. Nach neusten Erkenntnissen wurde das monumentale Bauwerk wohl zwischen 1220 und 1240 als staufische Reichsburg erbaut. Eine Urkunde aus dieser Zeit gibt Aufschluss darüber, dass die Ritter Kuno und Otto von Grasburg um diese Zeit etwas mit der Burg zu tun hatten. Die beiden Herren hätten wohl nicht schlecht gestaunt, was sich 800 Jahre später über den Ruinen ihres Rittersaals abspielt.

Bereits im letzten Jahr wurde über den Ruinen des Saalbaus erstmals eine 25m lange Highline gespannt. Die ist zwar nicht extrem ausgesetzt, dafür aber sehr ästhetisch. Auf der Ruine hat man eine einmalige Aussicht auf die Sense.

Von der Ruine nach Nordosten spannten wir an dem Tag zudem eine neue Highline. Diese verläuft zu einem Baum in 52m Entfernung. Nachdem mir, Tom und Jonas die Begehung gelang, konnten wir mit viel Mühe auch Fabian noch überreden, sich auf die Line zu begeben. Wie üblich suchte er vergeblich nach Ausreden. Obwohl er uns weismachen wollte, dass er nicht in Übung sei, lief er sie prompt onsight in beide Richtungen. Weniger gut lief es für Benj. Er lief die Line zwar souverän, musste aber kurz vor dem Ende catchen. Er gab aber nicht auf und lief sie nochmals vom Anfang an um wiederum kurz vor dem Ende zu Scheitern. Nachdem es fast schon dunkel war und sich dasselbe Spiel noch zwei weitere Male wiederholt hatte, gab er sich endlich geschlagen mit den Worten: «Jedenfalls kann niemand behaupten, ich hätte es nicht versucht».

Inzwischen hatte Fabian bereits das Abendessen inklusive einem Teig für Schlangenbrot (oder wie unsere Kollegen aus Deutschland zu sagen pflegen: «Stockbrot») fertig vorbereitet. So liessen wir den frühsommerlichen Abend in der geschichtsträchtigen Grasburg Ruine am Feuer ausklingen und beendeten ihn mit einem Kafi Schnaps, den uns Jonas aus Luzern mitgebracht hatte.

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