Iceline

Vorbei sind die Zeiten, als es für Slackliner eine Winterpause gab. Dank Klimaerwärmung vergeht derzeit keine Woche, ohne dass eine Longline in Bern gespannt wird. Manche Slackliner fahren am Wochenende zum Longlinen sogar ins Tessin oder verbringen den Winter gleich in Südspanien. Für mich hat um diese Jahreszeit allerdings das Eisklettern Priorität. Da braucht es schon viel, dass ich mich für ein Highline-Projekt erwärmen kann. Milde Temperaturen, ein kurzer Zustieg und eine atemberaubende Kulisse beispielsweise. Dazu am besten noch Eiskletter-Routen direkt am Highline-Spot (inkl. Beleuchtung für am Abend, weil die Tage immer so kurz sind) und vielleicht noch eine Pizzeria daneben.

Zugegeben, es war nicht einfach so einen Ort zu finden. Vor einer Woche hat ihn Sam Metzger aber ausfindig gemacht und drei Tage später hatten wir bereits eine wunderschöne Highline über der vereisten Schlucht gespannt. Mit einer Pizza „Diavolo“ gestärkt seilte ich mich nach dem Mittag in die Schlucht ab. Das Eis war angenehm weich und die Routen steil und abwechslungsreich. Bis spät am Abend vergnügten wir uns in der beleuchteten Schlucht.

Nachtrag:

Ende Februar fand der Swiss Ice Climbing Cup in Pontresina statt, an dem ich für einen Show Act auf der Highline eingeladen war. Es waren die kältesten Tage dieses Winters mit -20°C, was weder fürs Eisklettern noch fürs Highlinen besonders angenehm war.

Das Festival war aber trotzdem ein voller Erfolg mit viel Spannung und Action. Über der eindrücklichen Eis-Arena konnten wir direkt neben der Finalroute eine besonders schöne 43 m lange Highline quer über die tiefe Schlucht spannen.

Dazwischen blieb mir sogar noch etwas Zeit, um ein paar der tollen Wettkampfrouten zu klettern. Zum Start der Finals am Abend balancierte ich nochmals von Scheinwerfer beleuchtet über die Schlucht, was wegen dem starken Schneefall eine ziemlich rutschige Sache war.

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