Sandstone Highclass Session

Zum Auftakt der Saison trafen sich die Highline-Cracks in Ostrov. Das Highline-Festival war organisiert von Kwjet, dem momentan besten Highliner aus Tschechien. Ostrov ist ein heruntergekommenen aber malerischen Dorf inmitten zahlreicher Sandstein-Türme. Der Ort ist schon länger ein Begriff für Highliner aus der ganzen Welt. An dem Festival nahmen gut 40 Highliner teil. Darunter viele bekannte Gesichter. Aber auch Anfänger waren sehr willkommen. Entsprechend viele Highlines wurden gespannt, damit alle auf ihre Kosten kamen. Während dem Festival wurden 8 Highlines aufgebaut, davon waren drei Erstbegehungen. Von kurzen Anfänger-Highlines bis zu langen und wenig gespannten Schlauchband-Lines war für jeden etwas passendes dabei. Wie immer im Elbsandstein wurden sämtliche Highlines nur mit Schlingen um die Türme fixiert, um keine Spuren zu hinterlassen.

Es war ein gelungenes Festival, was neben der spezielle Atmosphäre des Ortes auch der Gastfreundschaft der Tschechen geschuldet war. Passend zum Ort war es bewölkt, von Regen blieben wir aber weitgehend verschont.

Am ersten Tag nach unser Ankunft fühlte ich mich gar nicht fit. Kwjet und seine Crew waren bereits im Sektor «Himmelreich», um mit dem Aufbau der neuen Lines zu beginnen, während wir uns auf dem Camping noch parat machten. Noch bevor wir uns auf den Weg machen konnten, hatten Hannes und Alex über dem 50 m breiten Weiher vor dem Camping-Restaurant eine Waterline gespannt. Selber hatte ich wenig Lust, mit meinen Kopfschmerzen darüber zu laufen. Die Vorstellung, mit den Kleidern in die kalte, grün-braune Brühe des Weihers zu fallen, war wenig verlockend. Auch die Überredungskünste von Hannes änderten daran nichts. Erst als er vorschlug, nach mir nackt darüber zu laufen, konnte ich nicht wiederstehen. Glücklicherweise liess sich das leicht gespannte Aeon-Band gut kontrollieren, so dass ich mit etwas mehr Kopfschmerzen aber immerhin trocken wieder zurück kam.

Am Nachmittag baute ich mit Flo Herla und Sebastian zusammen eine neue Highline im «Himmelreich» auf. Sie war 49 m lang und eine der schönsten in dem Sektor. Flo, der längere Zeit nicht mehr auf einer Highline stand, überraschte alle, als er sie gleich beim ersten Versuch in eine Richtung laufen konnte. Er gab ihr den Namen «Never Ending Story». Für mich war es einer dieser Tage, wo gar nichts ging. Nach ein paar erfolglosen Versuchen und einem schmerzhaften Catch auf der neuen Highline liess ich es für diesen Tag sein.

Am nächsten Tag hatte ich mir einiges vorgenommen. Zusammen mit Fabi und einigen Tschechen machte ich mich frühzeitig auf den Weg zum «Himmelreich». Nachdem ich auf den ersten Turm gestiegen war, tauschte ich den Klettergurt mit dem Swami aus. Von diesem Turm aus führten drei Highlines zu anderen Türmen, von denen aus man wiederum über andere Highlines weiterlaufen konnte. Ohne einmal klettern zu müssen konnte ich so sechs Highlines am Stück os fm begehen. Die schönste dieser Lines war die 47 m lange «Velkej Huhulák», die mit Threaded Slack-Spec gespannt war.

Am Nachmittag gelang mir schliesslich auch die Begehung der «Island King» (56 m) und der «Never Ending Story», die ich ebenfalls mit Swami laufen konnte, bevor wir alle Lines wieder abbauten. Für mich war es auf jeden Fall ein gelungener Saison-Start. Abgerundet wurde der Tag mit einem schönen Sonnenuntergang, den wir uns von einem der Türme aus ansahen. Zum Nachtessen gab es eine grosse Portion leckere tschechische Spezialität, die nicht klar definierbar war, aber wie immer preiswert und nahrhaft.

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